Scheer Innovation Day 2014: Keynote von Prof. Scheer – „Industrie 4.0 oder wie transportiert man einen Elefanten?“

„Industrie 4.0“ ist aktuell das Schlagwort für alle zukunftsprägenden Trends der Industriebranche. Im Mittelpunkt steht die Vernetzung von Menschen, Maschinen, Produkten und Systemen. Themen wie Massenindividualisierung oder intelligente Produkte bergen dabei enormes Wertschöpfungspotenzial. Ein Schuh als Einzelstück, der zum Beispiel mit einem Chip versehen wird, kann seine eigene Produktion steuern und weiß in welcher Farbe, Größe und mit welchen Verzierungen er produziert werden soll. Das Ergebnis sind individualisierte Schuhe für Jedermann.

Die Technologien für Industrie 4.0 sind vorhanden, erfolgreiche Forschungsprojekte liefern bereits Ergebnisse und viel versprechende Konzepte liegen fertig auf den Schreibtischen. Doch ein Problem bleibt. Wie kann ein Unternehmen in seiner Gesamtheit in das Zeitalter von Industrie 4.0 überführt werden? Genau mit diesem komplexen Problem beschäftigte sich Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer in seiner Eröffnungsrede „Industrie 4.0 oder wie transportiert man einen Elefanten?“ anlässlich des Scheer Innovation Day Industrie 4.0.

Groß, grau und dickhäutig steht der Elefant symbolisch für die massive Komplexität der Realisierung der Vision von Industrie 4.0. Den Elefant als Ganzes zu transportieren fällt schwer. Die Lösung des Problems liegt daher auf der Hand: „Man muss den Elefant zerteilen!“. Bevor der eine oder andere Tierschützer aufschreit, sei nochmals auf den symbolischen Charakter und den historischen Kontext der Problematik eines Pygmäenstammes verwiesen. Die Lösung der Problematik ist hier vor allem eines: überlebensnotwendig.

Im Rahmen von Industrie 4.0 meint „zerteilen“ eine schrittweise Einführung von Industrie 4.0. Idealerweise findet die Vernetzung, die Industrie 4.0 beinhaltet, über eine gemeinsame Integrationsplattform, das heißt eine einzige Softwarelösung statt. Empfohlen wird, die Vernetzung in drei groben Phasen umzusetzen. Man beginnt mit der Anbindung der Fertigung, gefolgt von der Anbindung der Produktentwicklungsprozesse und abschließender Anbindung der Auftragsprozesse.

Ein Beispiel für die erste Phase ist es, Sensordaten der Maschinen zu sammeln und darauf basierende Datenanalysen zur Vorhersage von Maschinenausfällen zu nutzen. Die zweite Phase umfasst das softwaregestützte Angebot individueller Designs als massentaugliche Dienstleistung, wie die Kreation eines individuellen Schuhs. Die dritte Phase unterstützt zum Beispiel das ungebundene Wechseln zwischen den verschiedenen Geschäftskanälen wie Internet, Smartphones, Einzelhandel oder Call Center.

Verfolgt man diese drei Phasen, konzentriert man sich auf Detailebene idealerweise zu Beginn auf Unternehmensprozesse, die trotz hoher strategischer Bedeutung bezüglich der Performance noch hinter den Best-Practice Lösungen der Branche liegen. Problemkinder mit bestmöglichem Ausbildungspotenzial haben somit Priorität.

Agilität und Flexibilität der Integrationsplattform sind in diesem Kontext besonders relevant. Zu Beginn der Realisierung von Industrie 4.0 werden für die Integrationsplattform schließlich nur wenige Teilprozesse zu steuern sein. Am Ende jedoch steuert sie alle vernetzten Prozesse. Tailoring und Business Process as a Service Lösungen wie bspw. Scheer BPaaS sind daher für eine erfolgreiche Realisierung der vierten industriellen Revolution unumgänglich.

Mit Spannung bleibt abzuwarten, wie die Unternehmen in der Praxis mit dem beschriebenen Problem umgehen. Ein Konzept ist geschaffen. Die Entwicklung zu beobachten, bleibt die fortwährende Aufgabe.

Für detaillierte Einblicke: Videoaufzeichnung des Vortrages von Herrn Prof. Scheer.

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