Loyalität als wichtiges Erfolgskriterium für Universitäten und ihr regionales Umfeld

Die richtige strategische Ausrichtung einer Universität, verbunden mit der loyalen Einstellung zur Region, sind ein wichtiger Innovationsmotor für die jeweilige Region. Loyalität ist eine gefühlsmäßige Bindung an eine Person oder Institution, die nicht begründet werden muss. Man ist zu seinen Kindern loyal, nicht weil sie besonders hübsch sind oder intelligent, sondern weil es nun mal die eigenen Kinder sind. Deshalb sollen meines Erachtens auch die Universität und ihre Mitglieder zu ihrer Region loyal sein, weil sie eben zusammengehören.

Das Thema Loyalität als gefühlsmäßiges Bündnis zwischen Universität und Region wird in der Diskussion um die wesentlichen Erfolgskriterien für Exzellenz und Innovation häufig vernachlässigt. So muss die Universität die finanzielle Situation der Region akzeptieren und nicht ständig nach mehr finanzieller Unterstützung verlangen, obwohl sie genau weiß, dass die Region sie nicht leisten kann. Vielmehr soll sie sich zu ihrem Beitrag zu einem Strukturwandel der Region bekennen. Eigentlich sollte dies eine Selbstverständlichkeiten sein. Universitäten fordern diese Loyalität jedoch gemeinhin nur wenig von ihren Mitgliedern ein, und das Wertesystem der Professoren steht ihr auch eher entgegen. Ein Professor hat das Ziel, sich in seiner internationalen wissenschaftlichen community zu profilieren. Diese Sicht dominiert gegenüber seiner Loyalität zu seiner Universität und vor allem auch gegenüber deren Region. So wird zum Beispiel ein Professor, der einen Ruf an eine andere Universität erhält, um den er sich beworben hat, mit ehrenvollen Gratulationen seines Fachbereichs, der Fakultät, des Präsidiums bis zum Wissenschaftsministerium überhäuft, obwohl er doch mit seiner Bewerbung zu erkennen gegeben hat, dass er die Universität verlassen möchte. Aus der Sicht eines Wirtschaftsunternehmens wirkt dieses Vorgehen eher befremdlich. Hier würde man sich von einem Mitarbeiter, der sich bei einem Konkurrenten aktiv beworben hat, sofort trennen.

Loyalität zur Region bedeutet nicht Provinzialität. Im Gegenteil. Einen Beitrag zum regionalen Strukturwandel zu leisten, indem man einem lokalen mittelständischem Unternehmen durch Innovationsprojekte zu einem internationalen Erfolg verhilft, ist schwieriger, als der x-te Kooperationspartner eines internationalen Großunternehmens zu sein. Allerdings schmückt sich ein Professor lieber mit dem Namen des Großunternehmens als mit dem des lokalen Mittelständlers. Dabei ist es viel interessanter, mit einem mittelständischen Unternehmen zusammenzuarbeiten. Der Professor spricht hier direkt mit dem Eigner oder Top-Manager des Unternehmens, Entscheidungen werden schnell und unbürokratisch getroffen, das Projekt kann in der Region mediale Beachtung finden, und Studenten können leicht vor Ort in das Projekt eingebunden werden. Durch die direkte Umsetzung der Ergebnisse sind Erfolge sofort sichtbar. Die Zusammenarbeit kann also zu einer echten „win-win“ – Situation für beide Partner führen.

In den letzten Jahren ist erfreulicherweise zunehmend ein Umdenken zu erkennen. Insbesondere junge Professoren erkennen die Chancen einer regionalen Zusammenarbeit mit Unternehmen. Wenn beide Seiten aufeinander zugehen, also mittelständische Unternehmen die Scheu vor den Elfenbeintürmen verlieren und Professoren erkennen, dass ihr schöpferischer Beitrag bei regionalen mittelständischen Unternehmen viel interessanter und wichtiger sein kann als bei einem fernen Großunternehmen, dann ist dieses der richtige Schritt zum Erfolg für Universität und Region.

Da Loyalität ein Gefühl zwischen zwei Partnern ist, darf sie nicht nur von der Universität zur Region gefordert werden, sondern auch von der Region zur Universität. Die Region muss stolz auf ihre Universität sein und sie unterstützen. Dieses gilt für die politischen Instanzen, aber auch für Wirtschaft und Gesellschaft. Dazu gehört auch das Sponsoring, also die finanzielle Unterstützung der Universität durch Personen und Unternehmen.

Jeder Student hat eine emotionale Beziehung zu seiner Universität und ist auch bei entsprechender Ansprache bereit, später für den Beitrag zu seinem Lebenserfolg etwas der Universität zurückzugeben. Zudem ist auch das Interesse des Geldgebers, die Entwicklung der Universität mit zu gestalten, ein wesentliches Motiv. Deshalb ist ein professionelles Fundraising- Programm, das dem Sponsor Einblick in seine Gestaltungsmöglichkeiten gibt, aufzubauen. Dabei sollte man sich bewusst sein, dass ein Spender seinen Namen lieber mit einer Exzellenzuniversität als mit einer unbedeutenden verbindet.

Damit schließt sich ein Kreis: ist die Universität exzellent, erhält sie mehr Sponsorengelder und kann bessere Forschungs- und Bildungsergebnisse zum Wohle der Region erzielen, die wiederum das Sponsorenvolumen erhöhen. Damit zahlt sich Loyalität im wahrsten Sinne des Wortes für beide Parteien aus.

Das vollständige Whitepaper steht Ihnen unter dem folgenden Link zum Download zur Verfügung: http://www.scheer-group.com/die-universitaet-und-ihre-region

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