16 Tipps für Start-ups in der High-Tech-Industrie
Folge 11

AWS_gartner_138x138_2Start-ups besitzen in der Regel nicht ausreichend Kapital, um eine Entwicklung über das knappe Budget hinaus zu finanzieren und müssen deshalb ständig und viel kritischer als Großunternehmen die Erfolgswahrscheinlichkeit neuer Entwicklungen prüfen. Damit müssen sie eine schnelle Stopp-Entscheidung für eine Entwicklung treffen, die nicht funktioniert oder die Entwicklung geänderten Bedingungen anpassen. Ein Start-up-Unternehmen kann es sich nicht leisten, gegen besseres Wissen, an einmal getroffenen Entscheidungen festzuhalten. Dies ist ein großer Wettbewerbsvorteil gegenüber Großunternehmen, die an der Stelle eher über großes Beharrungsvermögen verfügen. Lesen Sie dazu mehr in meinem 11.Tipp für start-ups.

 

11.Tipp: Fast Fail

 

Noch einmal: „Nobody is perfect“, wir alle machen auch Fehler. Gerade beim Beschrei­ten neuer Wege kann man sich irren und eine falsche Richtung einschlagen. Hier liegt ein Vorteil eines Start-ups gegenüber Großunternehmen. Hat sich ein Großun­ternehmen entschlossen, z. B. ein neues Produkt zu entwickeln, dann hat es vorher bereits viele Studien zur technischen Machbarkeit und zu Marktchancen er­stellt. Mit der Entscheidung wird eine geeignete Organisation gebildet und ein mehrjähri­ges Budget genehmigt. Der Leiter der Organisation sieht in dem Projekt eine wichtige Karrierechance und wird alles dransetzen, das Projekt erfolgreich abzu­wickeln. Zwar muss der Leiter regelmäßig über den Status seines Projektes berich­ten, aber selbst wenn Zeitverzögerungen oder Kostenüberschreitungen auftreten, wird das Projekt nicht sofort gestoppt. Wenn der Tanker erst einmal fährt, ist es schwie­rig, ihn zu bremsen oder seine Richtung zu ändern.

Hier liegt ein großer Vorteil für Start-ups. Sie besitzen in der Regel nicht so viel Kapi­tal, um eine Entwicklung über das knappe Budget hinaus zu finanzieren und müssen deshalb ständig und viel kritischer die Erfolgswahrscheinlichkeit der Entwicklung prü­fen. Damit müssen sie schneller die Stopp-Entscheidung für eine Entwicklung treffen oder die Entwicklung geänderten Bedingungen anpassen.

Von der SAP AG ist bekannt, dass die Entwicklung des internationalen Erfolgsproduk­tes R3 zunächst als eine IBM-proprietäre Software für den Mittelstand geplant war, dann aber aufgrund von Performance-Problemen auf eine UNIX-Lösung umgestellt wurde und primär an Großunternehmen verkauft wurde. Häufig liegt die erfolgreiche Lösung nicht weit von der zunächst verfolgten Idee entfernt. Man muss dieses nur erkennen und flexibel genug sein, sich zu korrigieren. Die SAP AG war zu der Zeit der R3-Entwicklung noch vergleichsweise klein (nach meiner Erinnerung weniger als 1000 Mitarbeiter) und hatte vor allem noch das Verhalten eines Start-ups.

Das schnelle Erkennen von Fehlentwicklungen und das flexible Reagieren darauf sind nicht auf Produktentwicklungen beschränkt. Es gilt für die gesamte Unternehmens­strategie, die eingeführte Organisationsstruktur und die eingestellten Mitarbeiter. Ein Start-up-Unternehmen kann es sich nicht leisten, gegen besseres Wissen, an einmal getroffenen Entscheidungen festzuhalten. Dies ist ein großer Wettbe­werbsvorteil gegenüber Großunternehmen.

 

Lesen Sie hier mehr zum 12. Tipp: Wer nicht wächst, stirbt.

Lesen Sie hier mehr zum 13. Tipp: Streitigkeiten schlichten

 

Folge 1 – 10 verpasst? Dann lesen Sie hier:

1. Tipp: Die Zauberformel.

2. Tipp: Wie findet man eine Gründungsidee?

3. Tipp: Nobody is perfect but a team can be perfect

4. Tipp: Der Businessplan ist nur eine Fingerübung

5. Tipp: Wie findet man den ersten Kunden?

6. Tipp: Vorsicht bei Geldgebern

7. Tipp: Kosten minimieren

8. Tipp: Partnerschaft: Der Partner schafft

9. Tipp: Den Hunger der Medien nach neuen Stories nutzen

10. Tipp: Was man noch nicht weiß, muss man lernen

 

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