16 Tipps für Start-ups in der High-Tech-Industrie
Folge 10

AWS_gartner_138x138_2Für junge Unternehmer ist es wichtig und mit Sicherheit erfolgskritisch, sich neuem Wissen zu öffnen und lernen zu wollen. Die unternehmerische Tätigkeit erweist sich sehr schnell als außerordentlich vielfältig. Man muss von allen wichtigen Aufgaben wie Produktentwicklung, Produktion, Recht, Finanzen, Vertrieb, Marketing usw. mindestens so viel verstehen, dass man Expertengesprächen folgen und sich bei Entscheidungen ein eigenes Urteil bilden kann. Hier gilt es, vielfältige Fortbildungs- und Coaching-Angebote zu nutzen. Auf jeden Fall gilt für Gründer: Anstatt sich im Urlaub von Animateuren in einem Ferienclub unterhalten zu lassen, sollte man lieber einen Managementkurs in den USA besuchen. Aber eigentlich geht das auch nicht, denn erstens macht ein Gründer in den ersten Jahren keinen Urlaub und zweitens ist der Kurs zu teuer, denn wir wollen ja sparen. Ein Weg wäre da, an einem kostenlosen MOOC-e-Learning-Kurs, etwa über Leadership, teilzunehmen! Lesen Sie dazu mehr in meinem 10.Tipp für Start-ups.

 

10. Tipp: Was man noch nicht weiß, muss man lernen.

 

Nobody is perfect! Aber man kann ja ständig daran arbeiten. Eine unternehmerische Tätigkeit ist außerordentlich vielfältig. Man muss von allen wichtigen Aufgaben wie Produktentwicklung, Produktion, Recht, Finanzen, Vertrieb, Marketing, Strategieentwick­lung, Projektsteuerung, Präsentationstechnik, Mitarbeiterführung, Verhandlungsführung, Einstellungsinterviews usw. mindestens so viel verstehen, dass man Expertengesprächen folgen kann und sich bei Entscheidungen ein eigenes Urteil bilden kann.

Nun hat ein Unternehmensgründer oft gerade mal sein Studium abgeschlossen und sieht sich diesen Anforderungen gegenüber. Keine Angst; überall wird nur mit Was­ser gekocht und bei genügender Intelligenz und Willenskraft ist alles erlernbar. Über­haupt spielt das im Studium erworbene Fachwissen mit wachsender Unternehmens­größe eine immer geringer werdende Rolle. Immer daran denken: Bill Gates, Marc Zuckerberg und Steve Jobs haben nicht einmal ihr Studium abgeschlossen und sind doch große Unternehmerpersönlichkeiten geworden. In meinem Umfeld war ein promo­vierter Wirtschaftswissenschaftler für die Softwareentwicklung zuständig und damit Vorgesetzter von über 100 studierten Informatikern und ein promovierter Informati­ker leitete den Vertrieb.

Wichtig ist deshalb die Bereitschaft, sich neuem Wissen zu öffnen und lernen zu wol­len. Eigentlich lernt der Mensch gerne und tut es von seiner ersten Minute bis zur Bahre.

Lernangebote gibt es genug. Neben massenhafter Literatur auch Summer Schools von Eliteuniversitäten oder Coaching-Angebote von Branchenverbänden und kommerzi­ellen Beratern.

Neben dem Lernerfolg besitzen Gruppenveranstaltungen den Vorteil, dass sich Netz­werke bilden, von denen jeder profitiert. In meiner Zeit als Präsident des Branchenverban­des Bitkom habe ich z. B. ein Coaching-Programm für Gründer und begabte Nachwuchsmanager ins Leben gerufen. Pro Jahr werden seitdem 15 bis 20 junge Menschen zu Gemeinschaftsveranstaltungen eingeladen und ihnen wird je­weils ein persönlicher Coach zugeordnet. Selbst vielbeschäftigte Top-Manager von Großunternehmen finden es sympathisch, sich als Couches für Unternehmensgrün­der zu engagieren. Ich kenne Manager, die stolz von ihren 5 bis 7 Schützlingen berich­ten. Auch bereits pensionierte Manager finden hier eine lohnende Selbstbestäti­gung bei der Weitergabe ihrer Erfahrungen. Also keine Angst, von sich aus erfolgreiche Manager oder Unternehmensgründer anzusprechen und um Rat zu fragen. Er wird selten abgelehnt.

Da die Internationalisierung bei High-Tech-Unternehmen ein „must“ ist, ist das Erler­nen von Fremdsprachen besonders wichtig. Ein Gründer, der sich bei einem small talk mit einem amerikanischem Kunden oder Partner sprachlich unwohl fühlt, sollte sich schnellstens einen Privatlehrer suchen und 3 mal pro Woche morgens zwischen 7.30 und 8.30 Uhr eine Frühstunde für Konversationsenglisch einlegen.

Heute bilden auch e-Learning-Angebote eine gute Hilfe. Hier ist man zeit- und ortsunab­hängig und kann sich in der Freizeit oder bei einer Bahnfahrt über eine neue Fragestellung informieren.

Jeder Gründer in einem Team ist zunächst einmal für seine Weiterentwicklung selbst verantwortlich. Aber das Team muss auch darauf achten, dass kein Mitglied in seiner Entwicklung gegenüber den anderen zu weit zurückfällt. Deshalb müssen das Weiterbil­dungsthema offen im Gründerteam diskutiert werden, die Wissenslücken erkannt und entsprechende Maßnahmen aufgesetzt und den am besten geeigneten Teammitgliedern zugeteilt werden.

Sobald das Unternehmen größer wird, ist das Ausbildungsthema natürlich auch auf die Mitarbeiter auszudehnen. Hier gehört es dann zur Personalpolitik im Rahmen des Talentmanagements. Gerade im Kampf um die besten Mitarbeiter (war for talents) sind Ausbildungsangebote ein wichtiger Akquisitionsfaktor zur Einstellung guter Mitarbei­ter.

Auf jeden Fall gilt für Gründer: Anstatt sich im Urlaub spießig von Animateuren in ei­nem Ferienclub unterhalten zu lassen, sollte man lieber einen Managementkurs in den USA besuchen. Aber eigentlich geht das auch nicht, denn erstens macht ein Grün­der in den ersten Jahren keinen Urlaub und zweitens ist der Kurs zu teuer, denn wir wollen ja sparen. Also bleibt da eher der kostenlose MOOC-e-Learning-Kurs über Leadership, wie er z. B. von der von mir gegründeten imc AG angeboten wird (http://opencourseworld.de/).

 

Lesen Sie hier mehr zum 11. Tipp: Fast Fail

Lesen Sie hier mehr zum 12. Tipp: Wer nicht wächst, stirbt.

Lesen Sie hier mehr zum 13. Tipp: Streitigkeiten schlichten

 

 

Folge 1 – 9 verpasst? Dann lesen Sie hier:

1. Tipp: Die Zauberformel.

2. Tipp: Wie findet man eine Gründungsidee?

3. Tipp: Nobody is perfect but a team can be perfect

4. Tipp: Der Businessplan ist nur eine Fingerübung

5. Tipp: Wie findet man den ersten Kunden?

6. Tipp: Vorsicht bei Geldgebern

7. Tipp: Kosten minimieren

8. Tipp: Partnerschaft: Der Partner schafft

9. Tipp: Den Hunger der Medien nach neuen Stories nutzen

 

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