Gravierende Fehler werden nicht hinter der zweiten Kommastelle gemacht, sondern mindestens drei Stellen vor dem Komma!
16 Tipps für Start-ups in der High-Tech-Industrie – Folge 1

AWS_gartner_138x138_2In meinem Leben habe ich mehrere IT-Unternehmen gegründet, eines davon an die Börse geführt, mich an mehreren bereits gegründeten jungen Unternehmen beteiligt und auch Unternehmen gekauft und verkauft. Dabei habe ich viele Gründer kennengelernt und viele Gründungssituationen sowie deren Unternehmensverlauf. Aus diesen Erfahrungen habe ich einige Tipps zusammengestellt, die den Gründern helfen sollen, die größten Fehler zu vermeiden, so dass sie nicht anstelle des angestrebten Millionärsstatus in der Konkursstatistik landen. In dieser Blog-Serie stelle ich wöchentlich einen solchen Tipp vor. Alle 16 Tipps zusammen, sollen Leitplanken für den künftigen unternehmerischen Erfolg darstellen.

 

Scherzes halber wurde schon mal gefordert, die Verleitung zur Unternehmensgründung als Tatbestand in das Strafgesetzbuch aufzunehmen. Soweit würde ich nicht gehen, sondern ich unterstütze Neugründungen, um den Innovationsstandort Deutschland zu stärken. Aber vor einer Gründungseuphorie muss trotzdem gewarnt werden. Nur zu oft werden Idealismus, Engagement und Geld durch fehlerhaftes Gründerverhalten verbrannt. Aber neben Fehlverhalten gibt es unvermeidliche Risiken, auf die man sich besser einstellen kann, wenn man sie kennt. Banken und Venture Capital Gesellschaften sind Profis im Umgang mit Gründern und diese sind deren Interessen manchmal zu naiv ausgeliefert. Natürlich gibt es auch hilfreiche Ratschläge und Unterstützungen von Banken und Gründerfonds, aber man muss in der Lage sein, gute Hilfen von riskanten zu unterscheiden. Fehler, die in der Gründungsphase begangen werden, wirken sich später gravierend aus und können entweder gar nicht oder nur mit großem Aufwand korrigiert werden.

Viele meiner Tipps klingen fast wie Selbstverständlichkeiten. Aber der Unterschied zwischen einer Trivialität und einer hilfreichen Lebensweisheit ist eben nur marginal!

 

1.       Tipp: Die Zauberformel.

Folgende einfache Formel sollte jeder Unternehmensgründer kennen und ständig verfolgen:

 

Unternehmenserfolg = Marktchance x Unternehmensressourcen

Die Marktchancen oder Markttrends sind im Prinzip für alle Unternehmen gleich und häufig auch bekannt. Über die Megatrends Rohstoffknappheit, Elektromobilität, Erneuerbare Energien, Life Science, Mobiles Arbeiten, Sicherheit, Bildung oder Industrie 4.0 berichten alle Medien. Aber dieses sind sehr globale Begriffe, die sich zergliedern und in Teilmärkte aufspalten lassen. Man muss dann erkennen, wie hoch das Entwicklungspotenzial des betrachteten Teil-Marktes ist und in welchem Reifestadium sich der Markt befindet. Hier kann z. B. die bekannte Gartner-Kurve helfen (vgl. Abb.).

 

16 Tipps_Abb. 1Abb. 1: Gartner Hype Cycle

Es ist zu fragen: Ist der Markt am Anfang, in der durch neue „technologische Auslöser“ getriebenen Hype-Phase oder im Ernüchterungsabschwung in das „Tal der Enttäuschungen“ oder in dem langsamen Reifewachstum bis zum „Plateau der Produktivität“? Auch abrupte Änderungen können sich zeigen: So ist der Markt für erneuerbare Energien nach der Energiewende anders als vor der politischen Entscheidung. Aber alle diese Informationen sind prinzipiell für alle Unternehmen zugänglich; Unterschiede gibt es aber bei den Ressourcen.

Bei den Unternehmensressourcen sind bereits bestehende große Unternehmen mit ihren vielen erfahrenen Mitarbeitern, den eingeführten Produkten, ihren hohen finanziellen Mitteln, ihren Kunden- und Partnerbeziehungen und ihren internationalen Erfahrungen im Vorteil.

Allerdings erkennen aber häufig große etablierte Unternehmen neue Markttrends nicht oder wollen sie nicht erkennen – dieses ist dann eine gute Gelegenheit für Neueinsteiger.

Es muss jedoch damit gerechnet werden, dass auch die etablierten Unternehmen in den Markt einsteigen, wenn sich eine neue Marktchance zum stabilen Trend entwickelt. Bis dahin besteht aber ein Zeitfenster für mutige und vorausschauende Gründer.

Um dieses zu nutzen, müssen Gründer ein höheres Engagement, höhere Einsatzbereitschaft, brillantere Ideen, wenig Statusbezogenheit und hohe Flexibilität einbringen. Hier werden also Anforderungen an die persönlichen Eigenschaften der Gründer gestellt, mit denen sie die größeren Machtpotenziale der bestehenden Unternehmen aufwiegen müssen. Geschwindigkeit ist also alles.

Mit der fortschreitenden Entwicklung eines Start-up-Unternehmens entstehen dort zwar auch Ressourcen in Form von Kundenbeziehungen, Produkten und den anderen Faktoren, jedoch dauert es lange, bis diese mit den etablierten Unternehmen mithalten können. Es kommt also lange auf die qualitativen Persönlichkeitsmerkmale der Gründer als wesentliche Ressource an. Die ständige Überprüfung der Formel sollte deshalb Tagesordnungspunkt jeder Geschäftsführungssitzung sein.

Das Start-up-Unternehmen muss so ständig verfolgen, ob bestehende Unternehmen in ihr Marktsegment einsteigen, wie ihre Ressourcensituation im Vergleich dazu ist und wo es nachbessern muss.

 

Lesen Sie hier mehr zum 2. Tipp: Wie findet man eine Gründungsidee?

Lesen Sie hier mehr zum 3. Tipp: Nobody is perfect but a team can be perfect!

Lesen Sie hier mehr zum 4. Tipp: Der Businessplan ist nur eine Fingerübung

Lesen Sie hier mehr zum 5. Tipp: Wie findet man den ersten Kunden?

Lesen Sie hier mehr zum 6. Tipp: Vorsicht bei Geldgebern

Lesen Sie hier mehr zum 7. Tipp: Kosten minimieren

Lesen Sie hier meht zum 8. Tipp: Partnerschaft: Der Partner schafft

Lesen Sie hier mehr zum 9.Tipp: Den Hunger der Medien nach neuen Stories nutzen

Lesen Sie hier mehr zum 10. Tipp: Was man noch nicht weiß, muss man lernen

Lesen Sie hier mehr zum 11. Tipp: Fast Fail

Lesen Sie hier mehr zum 12. Tipp: Wer nicht wächst, stirbt

Lesen Sie hier mehr zum 13. Tipp: Streitigkeiten schlichten

 

 

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