Rechnungswesen und Wirtschaftsinformatik

A.-W. ScheerAm 21. Februar 2013 wurde an der Universität St. Gallen der Dr. Kausch – Preis zur Förderung der Forschung und Praxis auf dem Gebiet des finanziellen und betrieblichen Rechnungswesens an Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer verliehen. Die Fritz Carl Wilhelm Stiftung würdigte damit Scheers wissenschaftliche Leistungen für die Integration von betrieblichem Rechnungswesen und Wirtschaftsinformatik, auch und gerade als der Erfinder und Begründer des ARIS Konzeptes, der Architektur integrierter Informationsprozesse.

Seit 1984 wird dieser Preis an herausragende Vordenker aus dem deutschsprachigen Raum, wie etwa die Professoren Horst Albach, Karlheinz Küting, und Günter Wöhe, vergeben. 2013 ist der Preis mit 75.000 Schweizer Franken dotiert.

Anlässlich der Preisverleihung hielt Prof. Scheer einen vielbeachteten Vortrag, dessen Grundausrichtung in diesem Blogbeitrag zu lesen ist. Der gesamte Vortrag kann über folgenden Link abgerufen werden.

 

Eine der historisch ersten Anwendungen der Elektronischen Datenverarbeitung in Unternehmen war die Finanzbuchführung. Ihr Einsatz wurde von dem hohen Datenvolumen, dem Zwang zur Einhaltung von Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung, ihrer hohen Standardisierung und algorithmischen Einfachheit getrieben. Später kam das innerbetriebliche Rechnungswesen dazu und durch die Notwendigkeit, die Daten der Geschäftsvorfälle leicht zu erfassen, die Integration zu den operativen betrieblichen Anwendungen. Das Rechnungswesen wurde damit zum Treiber der Entwicklung der ERP (Enterprise Resource Planning)-Systeme, die heute in nahezu allen größeren Unternehmen eingesetzt werden.

Aber auch das Rechnungswesen wurde durch die Möglichkeiten der Informationstechnik verändert. Von strengen periodenbezogenen Verfahren wird mehr auf fallbezogene und ad-hoc-Verfahren übergegangen. Die schnelle Verfügbarkeit von Massendaten und einfache Tabellenkalkulatoren sowie Datamining-Algorithmen erlauben den Einsatz neuartiger Analyseverfahren zur Entscheidungsunterstützung.

Durch meine wissenschaftlichen Arbeiten zu integrierten Informationssystemen, der Optimierung von Geschäftsprozessen und zur Unternehmensmodellierung habe ich engen Kontakt zu der Verbindung von Rechnungswesen und Wirtschaftsinformatik gehalten.

Durch die von Wolfgang Kilger und mir veranstalteten „Saarbrücker Arbeitstagungen“ (1979 bis 2004) und meine Zusammenarbeit mit der Plaut AG und der SAP AG konnte ich viele Entwicklungen zeitnah verfolgen und zum Teil mitgestalten. 

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