Die neue Herausforderung: Vom Prozess-Standard zur Individualisierung und Prozesssteuerung

Nutzen und Erfolg von Business Process Management (BPM) beruhen darauf, dass Unternehmen durch die Umsetzung von BPM zu einer Standardisierung ihrer Organisation gelangen. Diese Standardisierung geht einher mit dem großen Erfolg und dem Nutzen von ERP-Software, welche mit zur Standardisierung der Prozesse beigetragen hat. Die Standardisierung stellt aber zugleich eine Schwachstelle heutiger Anwendungssysteme dar.

Sie überfordern in ihrer Komplexität entweder den Anwender, indem Sie alle möglichen Geschäftsvorfälle abbilden oder sie sind nur von begrenztem Nutzen, weil sie nur einen Minimalstandard abbilden. Ich glaube daher, dass die nächste Welle von Business Software einen neuen Weg gehen wird. Nach der Beseitigung des Chaos durch die Standardisierung wird jetzt der Einzelfall, also die einzelne Prozessinstanz, im Vordergrund stehen.

Viele Unternehmen haben durch BPM das Durcheinander aus historisch gewachsenen Unternehmensabläufen beseitigt und ihre Prozesse strukturiert, transparent gemacht und auch vereinheitlicht. Nun folgt aber in der Regel ein einzelner Prozessablauf nicht dem vorgedachten Standard, der weitgehend einen idealtypischen Ablauf abbildet. Er ist häufig entweder viel einfacher oder enthält atypische Besonderheiten – beides geht zu Lasten der Nutzer und stört die zwei wesentlichen Effizienzkriterien des BPM: Beschleunigung der Prozessdauern und Verbesserung der Benutzerproduktivität.

Diese Nachteile der Standardisierung zeigen sich zunehmend deutlich, so dass für die Zukunft neue BPM-Konzepte und Software erforderlich sein werden. Diese konzentrieren sich dann auf die Instanzenebene. Denn nachdem der Nutzen des Weges „vom Chaos zum Standard“ realisiert wurde, kann ein weiterer BPM-Nutzen hauptsächlich durch die Optimierung der Einzelabläufe, also der konkreten Prozessinstanzen erzielt werden. Einige BPM-Tools und ad-hoc-workflow-Systeme haben dieses Problem bereits erkannt, aber noch nicht zu einem umfassenden neuen BPM-Ansatz ausgebaut. Den aber stellt ein neues Business-Process-Planungs- und -Steuerungsmodell (BPPS) dar, mit dem die Forderungen nach Personalisierung und Individualisierung von BPM erfüllt werden. Business Process Tailoring kann so an die Stelle von Standardisierung treten. Wie der neue BPM-Ansatz konkret aussieht, skizziere ich in der Ausgabe 02/2012 der Fachzeitschrift für Information Management und Consulting, IM (Download des Artikels als Sonderdruck).

Unternehmen warten auf die praktische Umsetzung des BPPS Modells und ich bin froh, dass die Scheer Management GmbH mit dem Scheer Process Tailor ein Werkzeug entwickeln konnte, das nun der Praxis zu Verfügung steht, um Geschäftsprozesse und Instanzen nach Maß zu schneidern.

nach oben scrollen - Scheer Group

Copyright ©2017 Scheer Holding GmbH