Mobile Anwendungen – neue Möglichkeiten auch für die Businesswelt?

Mobile Applications, kurz „Apps“, weisen uns als Konsumenten den direkten Weg zu Unterhaltung, Kommunikation oder als Helfer, etwa in Form eines Navigationssystems. Ein Smartphone genügt, um jederzeit Zugriff nicht nur auf die Weiten des Internets zu haben, sondern auf vorkonfigurierte, spezifische Informationscluster. Die kann sich der Verbraucher interessengestützt herunterladen – manchmal kostenlos, meist für überschaubare Cent-Beträge. Für die App-Anbieter lohnt sich schon heute das (Massen-)Geschäft, Apps sind Werbeträger und Verkaufsschlager, denn die Hard- und Softwarebranche hat mit den erwähnten Smartphones und der neuen Generation der Tablet-PCs alle Voraussetzungen geschaffen, damit der Konsument benutzerfreundlich und sekundenschnell zugreifen kann.

Diese und andere Erfolgsmeldungen haben den Funken auch auf Unternehmen überspringen lassen. Über die Ausweitung von Geschäftsprozessen durch die Einbindung von mobilen Endgeräten soll zusätzliche Wertschöpfung erzielt werden. Dabei liegt das Potenzial nicht nur in der Mensch-zu-Mensch Kommunikation, sondern kann über die Verbindung von Mensch-zu-Maschine auch bis hin zur Maschine-zu-Maschine Kommunikation reichen. Im Fokus liegen dabei sowohl unternehmensinterne Prozesse, externe im Sinne der Kundenkommunikation und nicht zuletzt die Verknüpfung von Produkten und Dienstleistungen durch mobile, interaktive Serviceportale.

Noch sind vielfältige Herausforderungen zu meistern, um den Siegeszug der Apps auch in der Businesswelt ökonomisch erfolgreich zu realisieren. Der Kampf der Plattformen, auf denen die heutigen Apps angeboten werden, hat im Consumer Markt eher zu werbewirksamen Überzeugungstätern geführt, die etwa den App-Store von Apple verdammen, auf das Microsoft Windows Phone 7 und Nokia setzen oder auf das von Google entwickelte Android-Betriebssystem schwören. Bei Businessanwendungen aber birgt die Vielzahl möglicher Plattformen die Gefahr von kommunikationshemmenden Systembrüchen. Hohe Anpassungsentwicklungen werden zum Hemmschuh. Auch die Sicherheit der Daten stellt die Verantwortlichen vor große Herausforderungen. Was passiert, wenn sensible Daten in falsche Hände geraten, weil jemand sein Smartphone verliert, oder Daten für Betriebsspionage missbraucht werden? Ein weiteres Problem stellt sich auch, wenn dauerhafte, schnelle, ortsunabhängige Verfügbarkeit vorausgesetzt wird, aber die Datenkapazitäten in den Netzen nicht ausreichen? Last but not least kommt der Faktor Mensch ins Spiel: Die heranwachsende Generation der Digital Natives wird problemlos und intuitiv mit Apps am Arbeitsplatz umgehen, wie flexibel aber ist die Generation der „Angelernten“, die – rein altersbedingt – auch die Mehrheit der Führungskräfte ausmacht?

Die Erfahrung zeigt, dass neue Technologien und ihre Möglichkeiten viel zu spannend und verführerisch sind, um sich von den vorgenannten und manch anderen Herausforderungen aufhalten zu lassen. Hier entsteht ein ganz neuer Markt auf der Anbieterseite, der heute noch nicht aufgeteilt ist. Anders als bei bestehenden Systemen und Plattformen hätte Europa hier eine Chance, wieder erfolgreich in den IT Markt einzusteigen. Auch Deutschland hätte die Möglichkeit, vor Jahrzehnten verloren gegangene Marktanteile zurückzugewinnen. Umfassende Forschungsprojekte unter Einbindung leistungsfähiger deutscher IT-Unternehmen geben da Grund zur Hoffnung!

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