Die „Wisdom of Crowds“ verändert Innovationsprozesse

Web 2.0Noch vor wenigen Jahren wurden Persönlichkeiten zum CIO des Jahres gekürt, die es geschafft hatten, SAP roll-outs in der kürzesten Zeit zu den geplanten Kosten und in der vereinbarten Qualität abzuwickeln. Auch diese hatten sich schon aus einer Rolle des für Hardwareinfrastruktur zuständigen EDV-Leiters zum Chief Process Officer weiterentwickelt, der auch für die Geschäftsprozesse verantwortlich ist. Selbstverständlich ist die Optimierung dieser Prozesse weiterhin eine wichtige Aufgabe des CIO und hier gibt es durchaus noch innovative Beiträge zu liefern. Aktuell geht es jedoch mehr darum, dass der CIO das „I“ in neuer Form interpretiert – es muss für Innovation stehen.

Gerade das Internet, besonders das Web 2. 0 verändert die Innovationsprozesse in Unternehmen rapide. „Wisdom of crowds“ ist ein Schlagwort dazu. Über soziale Plattformen vernetzen sich heute Unternehmen mit ihren Kunden, Lieferanten und der gesamten globalen Fachwelt. Deren Ideen und Kreativität können zur Verbesserung der eigenen Produkte und Geschäftsprozesse dienen. Unternehmen wie Lego und NIKE aber auch Softwareunternehmen nutzen dies bereits ausgiebig. Kunden testen zum Beispiel Software und werden so zum Bestandteil des Forschungs- und Entwicklungsteams eines Unternehmens. Dieser neue Prozess stellt auch neue Anforderungen an das Informationsmanagement. Es gilt, die Ideen zu bewerten und auch die Crowd um das Unternehmen herum auf jene Themen zu lenken, die für den Unternehmenserfolg wichtig sind. Der CIO ist heute verantwortlich dafür zu sorgen, dass die Informationstechnik zur innovativen Weiterentwicklung von Produkten und der Zukunftsfähigkeit des Unternehmens eingesetzt wird.

Wir müssen uns verdeutlichen, dass Innovation zunehmend aus der Kundensicht getrieben wird, Consumerization ist ein Schlagwort, das die Situation ziemlich genau trifft. Die Informationssysteme auch im Business werden immer mehr von Anforderungen aus der Consumer-Welt, etwa von der Benutzerfreundlichkeit der Smartphones, getrieben. Dieses hat übrigens auch Auswirkungen auf das Anforderungsprofil für Mitarbeiter des IT-Bereichs. Heute sind zunehmend digital natives mit ihren auch manchmal krausen Ideen gefragt. Da muss die ältere IT-Generation schon aufpassen, dass sie nicht an den Rand gedrängt wird!

 

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Ein Gedanke zu „Die „Wisdom of Crowds“ verändert Innovationsprozesse

  1. Bei einer generellen Fokussierung auf maßgeblich seitens Kunden gestalteter (nicht getriebener!) Innovationen -also Consumerization- sehe ich die Gefahr, dass das Streben nach radikalen Innovationen (und damit explorative Innovationen) vernachlässigt wird. Radikale Innovationen, so meine Meinung, werden maßgeblich für „Unique Selling Points“ sorgen und damit die Möglichkeit einer Differenzierung bieten. Nicht falsch verstehen. Innovation müssen stark kundenorientiert sein. Auch radikale Innovationen können nur erfolgreich sein, wenn diese an die Bedürfnisse der Kunden und Zeit ausgerichtet sind. Stark vom Kunden getriebene Innovationen, also Innovationen ohne Leitplanken des „Innovators“ bzw. dem maßgeblichen Treiber der Innovation führt mitunter „nur“ zu inkrementellen Innovationen; vereinfacht ausgedrückt zu Weiterentwicklungen. Weiterentwicklungen deshalb, weil sicherlich einige dieser Entwicklungen ehe Optimierungen, denn eigentliche neue Ideen/ radikale Innovationen darstellen.

    Also: Inkrementelle Verbesserungen (Optimierungen) sind gut, aber nicht immer gut genug (weil oft nur „me too“ oder ein bisschen besser). Radikale Innovationen werden zukünftig noch mehr maßgeblich für Differenzierung sorgen/sorgen müssen.

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