Schon wieder CeBIT?

Wie Weihnachten kommt auch die CeBIT jedes Jahr überraschend. Ist es etwa schon wieder März und damit das erste Quartal bald herum?

Ich habe an allen 25 CeBITs als Aussteller und zuletzt als BITKOM-Präsident auch in offizieller Funktion teilgenommen. In dieser war ich quasi von morgens bis abends mit Reden, Pressekonferenzen, Veranstaltungseröffnungen, Politikergesprächen usw. im Dauerstress. Bei der Hetze von Termin zu Termin merkt man erst einmal, welche weiten Wege man auf dem Messegelände zurücklegen kann und fühlt ihre Größe auch körperlich. Dieses Mal bin ich mit den 6 Unternehmen der Scheer Group in Halle 5 „nur“ als Aussteller engagiert und werde die Spannung und kreative Aufregung meiner jungen Kollegen genießen, wenn sie ihre bis zuletzt mit hohem Engagement entwickelten Produkte der Öffentlichkeit zeigen können.

In den 25 Jahren hat die CeBIT große Höhen, aber auch Täler erlebt. Während man Ende der 90er Jahre quasi auf Knien um einen Standplatz in einer der vorderen Hallen betteln musste, brauchte sie nach dem Platzen der Internet-Blase ein aggressives Marketing- und Vertriebskonzept. Es ging nicht mehr um das Verteilen von Standfläche, sondern um Nutzenargumente für die Teilnahme der Aussteller. Weg von Blech und Code und hin zu Themen, Lösungen, Kommunikation und Events – das ist der richtige neue Weg. Ich freue mich, dass ich bei der Strukturänderung helfen konnte und rechtzeitig die „Reißleine“ ziehen konnte (für diese Formulierung, die ich in einem Hintergrundgespräch mit Journalisten gebraucht habe, habe ich mir aber auch Ärger eingehandelt).

In diesem Jahr ist Brasilien das Partnerland. Im Mai letzten Jahres hat die Präsidentin Dilma Rousseff dem Messevorstand Rau und mir in Brasilia ihre Teilnahme an der Eröffnung zugesagt. Brasilien wird eine besondere Farbe dieser CeBIT sein, nicht nur durch Sambatänze, sondern durch seine Aufbruchstimmung und Innovationsfreude. Brasilien wird sich als High-Tech-Land präsentieren und um Partnerschaften werben. Deutschland hat hierbei eine gute Ausgangsposition. Viele deutsche Unternehmen sind seit vielen Jahren in Brasilien vertreten und Deutschland hat als Bildungsland einen guten Ruf. Gerade wird ein Konzept für 10.000 (zehntausend) brasilianische Studenten zur Ausbildung an deutschen Hochschulen entwickelt (natürlich gegen Bezahlung). Dieses ist ein Kompliment für den Bildungsstandort Deutschland. Insbesondere steht German Engineering hoch im Kurs. Dieses habe ich selbst jahrelang erlebt, als ich mit meinem damaligen Forschungsinstitut an der Uni Saarbrücken CIM-Projekte (Computer Integrated Manufacturing) mit der Universität in Rio bearbeitet habe. Aber wir müssen uns auch anstrengen, um diesen Vorteil zu erhalten. Brasilien wird mit seinem hohen Potenzial an wissbegierigen jungen Menschen auch von vielen anderen Ländern umworben. Deshalb kommt die Partnerschaft zur diesjährigen Cebit gerade zur rechten Zeit.

Ich freue mich darauf, alte Kontakte aufzufrischen und neue zu knüpfen. Meine jungen Kollegen auf dem Stand der Scheer Group sind mit ihren innovativen Ideen und Produkten ideale Kontaktpartner für brasilianische Unternehmen.

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