Der CIO muss das „I“ neu interpretieren!

Web 2.0Das Internet, besonders das web 2.0, verändert die Innovationsprozesse in Unternehmen rapide. „The wisdom of crowds“ wird immer wichtiger,  und wer sie erfolgreich einbeziehen kann, hat schon heute einen deutlichen Wettbewerbsvorteil. Über soziale Plattformen sind Unternehmen mit ihren Kunden, Lieferanten bis hin zur gesamten globalen Fachwelt vernetzt. Deren Ideen und Kreativität können – richtig eingesetzt – zu maßgeblichen Verbesserungen sowohl der eigenen Produktion als auch der eigenen Geschäftsprozesse führen. Firmen wie LEGO und NIKE aber auch Softwareunternehmen nutzen  das Wissen der Netzgemeinde bereits ausgiebig. Kunden testen zum Beispiel neue Software-Releases und werden so zum Bestandteil des Forschungs- und Entwicklungsteams des Herstellers.

Vor diesem Hintergrund verändert sich die Rolle des CIO derzeit dramatisch. War er ursprünglich nur für Infrastruktur und die reibungslose Implementierung neuer Unternehmenssoftware zuständig, erhielt er im vergangenen Jahrzehnt auch die umfassende Prozessverantwortung und wurde so zum Chief Process Officer (CPO). Heute aber geht es darum, dass in dieser wichtigen Managementfunktion das I ganz neu interpretiert wird. Aus dem Chief Information Officer wird der Chief Innovation Officer. Jetzt kommt es immer mehr darauf an, die Ideen der Crowd zu testen und zu bewerten. Er muss das Engagement der Crowd im Umfeld eines Unternehmens auf solche Themen lenken, die für das Unternehmen besonders wichtig sind. Diese neue Aufgabe verändert das Informationsmanagement dramatisch. Der CIO ist nicht mehr primär dafür verantwortlich,  die Infrastruktur  zu sichern, die ohnehin immer mehr in die Cloud abwandert; vielmehr muss er dafür sorgen, dass die Informationstechnik zur innovativen Weiterentwicklung von Produkten und Prozessen genutzt wird.

Nicht jeder CIO wird dieser Rolle gewachsen sein – einer Rolle, in der er nicht zuletzt auf neue, veränderte Kompetenzen setzen muss, die er in sein Team zu integrieren hat. Gebraucht werden eher chaotische digital natives, die aber wenig Neigung verspüren werden, sich in Firmenhierarchien einzupassen. Neue Führungs- und Motivationsstile, die in keinem Handbuch stehen, sind hier gefragt – gepaart mit großer Offenheit für neue Vorgehens- und Sichtweisen!

3 Gedanken zu „Der CIO muss das „I“ neu interpretieren!

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  2. Es ist zur Zeit festzustellen, dass die Ansprechpartner für innovative neue Dinge, wie die 3D Produktdarstellung mit den heutigen Möglichkeiten, diese nicht kennen oder sich auch scheuen, diese einzusetzen. In Deutschland offenbar mehr, als in anderen Ländern. Die, welche neue Dinge wie z.B. 3D Produktbilder nutzen, erfahren überdurchschnittliche Erfolge. Bei der rasanten Entwicklung ist ein CIO heute sicherlich auch oft überlastet. Macht es da nicht Sinn, Experten für neue Techniken zu beschäftigen oder sich derer Dienstleistungen zu bedienen? Menschen, welche offene Augen und Sinne für neue Techniken haben und diese umzusetzen wissen?

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